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JOM-Report November 2011

Sehr geehrter JOM-Report-Leser,

lesen Sie in dieser Ausgabe des JOM-Reports, warum ein virales Facebook-Video Sie zum Überdenken Ihrer Privatsphäre-Einstellungen bringen könnte und warum Google Maps wahrscheinlich in Zukunft auf weniger Internetseiten zu sehen sein wird. Außerdem, welchen Kampf sich Castingshow-Formate im TV liefern und was die neuen Musik-TV-Sender von den alt hergebrachten unterscheidet.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen
Ihr JOM-Team

Google Maps: Jetzt müssen wir zahlen

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Google Maps kennt jeder und die meisten nutzen es auch, sei es im privaten Bereich oder im Business. Seit der Einführung im Februar 2005 ist die Nutzung kostenlos.
Doch das soll sich schon bald ändern.
Wer eine Google Maps-Karte in seine Web-Seite einbindet, soll ab einer bestimmten Anzahl von Abrufen künftig dafür bezahlen. Die neuen Regeln, die ab 2012 gelten sollen, könnten viele Nutzer des Dienstes teuer zu stehen kommen – und Google Reichweite kosten. Die Webseiten mit geringen Visits sind allerdings nicht betroffen.

Es geht den größeren an den Kragen, für die es schnell sehr teuer werden kann.
Ab 25.000 Seitenabrufen pro Tag soll die Einbindung künftig Geld kosten, und zwar vier bis zehn Dollar pro 1000 Aufrufe.
Es wäre einerseits eine weitere lukrative Einnahmequelle für Google, das zurzeit 95% seiner Einnahmen über Werbung erzielt. Doch andererseits könnte die neue Regelung viele kleine und mittlere Unternehmen und Websites davon abhalten, Google Maps zu verwenden und sie dazu bringen, sich stattdessen an die Konkurrenz zu wenden.
Diverse Mitbewerber im Bereich Navigationssoftware, wie z. B. Apple und Bing,
stehen bereits Gewehr bei Fuß und bieten ebenfalls interessante Online-Kartendienste an. Wir gehen davon, dass insbesondere Unternehmen bzw. Web-Seiten mit einer hohen Anzahl an Kartenaufrufen den Kartendienst wechseln werden, um dieses quasi als kostenlos "gelernte" Produkt auch weiter unentgeltlich zu beziehen.

TV-Check: Castingshows im Quotenkampf

Zurzeit kann man sich im deutschen Fernsehen nicht vor ihnen retten: Die Castingshows. Sei es das auf RTL laufende „Supertalent“, die „X-Faktor“-Suche von VOX oder aber auch die Ende November startende neue Show von ProSieben und Sat.1: „The Voice of Germany“.
An der Spitze der Castingshows befindet sich zur

derzeit das Supertalent, das sich zum Auftakt der Sendung 4,05 Mio. Zuschauer in der Zielgruppe der 14-49-Jährigen und einen rekordverdächtigen Marktanteil von 37,3% sichern konnte.  

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Und auch VOX profitiert von seinem Castingshow-Format „X-Faktor“. Die Show konnte einen sehr guten Marktanteil von 12,1% bei 1,39 Mio. Zuschauern (14-49-Jährige) zum Sendestart erreichen.
Mit „The Voice of Germany“ möchten sich wohl auch Sat.1 und ProSieben ein großes Stück vom Castingshow-Kuchen abschneiden. Und das trotz der Tatsache, dass ProSieben mit seiner letzten „Popstars“-Suche eher schlechte Erfahrungen in dem Genre machte. Das Finale der 9. Staffel war das schwächste in der gesamten „Popstars“-Laufbahn, denn nur 2,13 Mio. Zuschauer im Gesamtpublikum verfolgten vor gut einem Jahr, wie die Siegerband gewann. Ein Grund mehr für ProSieben, auf ein neues Format zu setzen. Abzuwarten bleibt jedoch, ob diese neue Castingshow die Wende bringt und vor allem die Marktanteile, denn schon vor dem Start der ersten Sendung wettert „Das Supertalent“ gegen die neue Show. Ausgerechnet am 24. November, zum Start von „The Voice of Germany“, strahlte RTL eine zusätzliche „Suptertalent“-Folge aus. Es scheint so, als hätte RTL Angst oder zumindest Respekt gehabt und deshalb alles auf eine Karte gesetzt, um ProSieben den Start zu vermiesen. Die Reaktion von ProSieben und Sat.1 hingegen war umso gelassener, denn diese dachten nicht daran, ihren Casting-Start zu verlegen. Es scheint also eine spannende Entscheidung zu werden, wer am Ende die Nase oder wohl eher die Stimme(n) vorn hat.

Take this Lollipop: Der echte Facebook-Horror

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Wer der Webseite „Take this Lollipop“ einen Besuch abstattet und einwilligt, seine persönlichen Facebook-Daten preiszugeben, wird anschließend mit einem Mini-Horrorfilm belohnt. Darin ist ein schmuddeliger und böse dreinblickender Typ zu sehen, der in einem dunklen, dreckigen Raum an einem Computer hockt und im Internet sein Unwesen treibt. Was dann auf dem Monitor des offensichtlich unangenehmen Zeitgenossen zu sehen ist, dürfte dem ein oder anderen Facebook-Nutzer durchaus leichte Schauer über den Rücken jagen, zumindest aber ein wenig zum Nachdenken anregen. Mehr wollen wir an dieser Stelle auch gar nicht verraten…

Die Botschaft des Kurzfilms scheint klar: Was kann tatsächlich alles passieren, wenn man allzu unvorsichtig und leichtsinnig mit persönlichen Informationen in sozialen Netzwerken umgeht? Hinter dem Viralerfolg steht der amerikanische Regisseur Jason Zada. Dieser zeigt sich erstaunt, dass so viele Menschen ihm freiwillig Zugriff auf ihre Facebook-Profile gewährten. Die Seite hat mittlerweile über 11 Mio. Facebook-Likes. Zum Thema Privatsphäre meint Zada: „Ach, die Privatsphäre ist eigentlich tot. Es sind so viele Informationen über uns im Internet.“ Trotzdem dürfte wohl künftig mancher Facebook-Nutzer seine Privatsphäre-Einstellungen noch einmal überdenken – wenn auch im konkreten Fall erst einmal die Neugier gesiegt hat…Fazit: Der Werbefilmer Zada zeigt der Social Media-Branche wie viral funktioniert und liefert dabei wertvolle Denkanstöße in der Privacy-Debatte.

Internet killed the Music-TV

Lange Zeit waren Viva und MTV das Maß aller Dinge. Wer neue Musik entdecken und die dazugehörigen Videos sehen wollte, kam nicht um die beiden Sender herum.
Die Zeiten haben sich allerdings geändert, beide Kanäle haben in den letzten Jahren als Träger ausufernder Klingeltonwerbung, sogenannter Dokusoaps und halbseidener Datingshows deutlich an Einfluss im TV-Markt verloren.

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Als MTV dann Anfang 2011 ins Pay-TV wechselte, war dies der Todesstoß eines bereits langsam dahinsterbenden Fernseh-Genres. Beide einstigen Flaggschiffe des Musikfernsehens sind anno 2011 jugendorientierte Vollprogramme, in denen Musik nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Im Gegenzug spielt die Musik samt Bewegtbild heutzutage immer stärker im Internet und nicht nur bei altbekannten Anbietern wie YouTube, Clipfish oder Myvideo immer stärker auf. Und Online-Musikkanäle steigen deutlich in der Gunst der Zuschauer. Hier kann der Konsument nicht nur aus unzähligen Angeboten auswählen, sondern sich zudem seine eigenen Videoclip-Shows nach persönlichen Vorlieben zusammenstellen.

Eines der umfangreichsten Musik-TV-Angebote im Internet liefert tape.tv, ein Musik-Internetfernsehsender mit Sitz in Berlin. Der Zuschauer kann das laufende Programm mit Musikvideos rund um die Uhr anschauen und dabei interaktiv mitgestalten. Nach eigenen Angaben verfügt der Sender zurzeit über rund 30.000 Musikvideos und hat 2,2 Millionen gleichzeitige User mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 25 Minuten. Wählt der Zuschauer beispielsweise das Genre Rock, laufen ausschließlich Videos, die diesem Genre zugeteilt sind. Musikvideos, die der User besonders oder gar nicht mag, können getaggt werden, so dass sie künftig verstärkt oder gar nicht mehr laufen.

 

Nach ähnlichem Prinzip funktioniert auch Putpat.tv. Eine besondere Funktion ist dort der "Veequalizer": Dabei handelt es sich um einen eigenen Channel, in dem sich Musikvideos ganz nach dem persönlichen Geschmack zusammenstellen lassen. Als interaktives Musikfernsehen bezeichnet sich auch das Portal Qtom. Hier findet der User ebenfalls nach Genres sortierte Kanäle sowie Specials zu bestimmten Künstlern. Eines haben sämtliche Web-Music-Angebote gemeinsam: Sie bieten sich als Werbeträger zur Erreichung einer hochgradig interessanten und relevanten Zielgruppe an – die der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die über eine weitgehende Offenheit gegenüber Werbebotschaften und eine ausgeprägte Markenaffinität verfügen.


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